Microsoft hat seine bisherige Linie zum Ende des Windows-10-Supports geändert. Ursprünglich sollte der offizielle Support am 14. Oktober 2025 enden. Danach war geplant, dass Nutzer nur noch über das kostenpflichtige Programm Extended Security Updates (ESU) weiterhin Sicherheitsupdates erhalten. Diese ESU-Lizenzen sollten eigentlich jährlich bezahlt werden – ähnlich wie bei älteren Windows-Versionen in der Vergangenheit.
Im September 2025 hat Microsoft diesen Plan jedoch teilweise zurückgezogen. Nach Kritik von Verbraucherschützern und rechtlichem Druck aus der Europäischen Union – insbesondere im Zusammenhang mit dem Digital Markets Act (DMA) – erklärte das Unternehmen, dass es in der Europäischen Wirtschaftszone (EWR), also in der EU sowie in Island, Norwegen und Liechtenstein, kostenlose Sicherheitsupdates für Windows 10 bereitstellen wird.
Auch die Schweiz profitiert von dieser Regelung, da Microsoft sie für diese Übergangsphase dem europäischen Rechtsraum gleichstellt.
Was Microsoft nun anbietet
Ab dem 15. Oktober 2025 können alle privaten Nutzer von Windows 10 in der EU und der Schweiz kostenlos am ESU-Programm teilnehmen. Die Teilnahme erfolgt über die gewohnten Windows-Update-Einstellungen. Nach der Anmeldung erhält das Gerät weiterhin:
- Kritische und wichtige Sicherheitsupdates,
- keine neuen Funktionen oder Designänderungen.
Microsoft weist ausdrücklich darauf hin, dass für diese Verlängerung ein Microsoft-Konto (MSA) erforderlich ist. Das Gerät muss in regelmässigen Abständen (mindestens alle 60 Tage) mit diesem Konto verbunden sein, damit die Berechtigung aktiv bleibt.
Dauer der kostenlosen Updates
Die kostenlose Bereitstellung gilt bis 13. Oktober 2026. Danach wird Microsoft die Lage neu bewerten. Es ist möglich, dass ab diesem Zeitpunkt wieder Gebühren für ESU-Lizenzen anfallen oder die Versorgung ganz eingestellt wird.
Unternehmen und Organisationen, die Geräte in Domain- oder Azure-AD-Umgebungen betreiben, sind von dieser Regelung ausgenommen. Sie müssen weiterhin über die offiziellen Lizenzprogramme zahlen.
Hintergrund des Rückzugs
Microsoft hatte seit Anfang 2024 darauf bestanden, dass nach dem Supportende nur noch zahlende Kunden Updates erhalten. In Europa stiess das auf Kritik, da Windows 10 auf Millionen von Geräten installiert ist, die technisch oft nicht auf Windows 11 aktualisiert werden können.
Verbraucherschützer argumentierten, Microsoft dürfe keine funktionierenden Geräte künstlich veralten lassen. Die EU-Kommission verwies zudem auf den Digital Markets Act, der marktbeherrschende Plattformbetreiber zu fairer und transparenter Produktpflege verpflichtet.
Daraufhin reagierte Microsoft mit dem Rückzieher – einem kostenlosen zusätzlichen Sicherheitsjahr für alle Endnutzer in Europa.
Mit der neuen Regelung gesteht Microsoft faktisch ein, dass die ursprüngliche Update-Politik zu restriktiv war. Für europäische und Schweizer Nutzer bedeutet das ein Jahr zusätzliche Sicherheit, ohne Zusatzkosten. Nach 2026 bleibt aber offen, ob Windows 10 weiter gepflegt oder endgültig abgelöst wird.
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