Microsoft 365: Änderungen beim Speicherplatz – was Nutzer jetzt wissen müssen

Microsoft stellt die Speicherverwaltung seiner privaten Microsoft-365-Abonnemente grundlegend um. Statt bisher bis zu 6 TB erhalten Familien künftig nur noch 2 TB gemeinsamen OneDrive-Speicher. Gleichzeitig führt Microsoft ein flexibleres Speichermodell ein. Was bedeutet das für bestehende Kunden, die Privatsphäre und die Nutzung von OneDrive?

Mit Wirkung vom 8. Oktober 2026 hat Microsoft die Speicherbedingungen für mehrere private Microsoft-365-Abonnemente geändert. Besonders betroffen sind die Varianten Microsoft 365 Family und Microsoft 365 Premium.

Während bisher bis zu sechs Personen jeweils 1 TB eigenen Cloud-Speicher nutzen konnten, steht künftig nur noch ein gemeinsamer Speicherpool von 2 TB zur Verfügung.

Das entspricht einer Reduktion des maximal verfügbaren Speicherplatzes um rund 67 Prozent.

Microsoft begründet die Änderung mit einer flexibleren Nutzung des Speicherplatzes. Für Familien mit hohem Speicherbedarf bedeutet die Umstellung allerdings eine deutliche Einschränkung.

1. Was ändert sich konkret?

Bisher erhielt jede Person innerhalb eines Microsoft-365-Family-Abonnements einen eigenen OneDrive-Speicherbereich mit maximal 1 TB.

Bei sechs Benutzern ergab dies insgesamt 6 TB Speicherplatz.

Mit dem neuen Modell entfällt diese feste Zuweisung. Stattdessen greifen alle Benutzer auf ein gemeinsames Speicherkontingent zu.

Die Abonnemente im Vergleich

Abonnement

Bisher

Neu

Microsoft 365 Basic

100 GB

100 GB

Microsoft 365 Single

1 TB

1 TB

Microsoft 365 Family

6 × 1 TB

2 TB gemeinsam

Microsoft 365 Premium

6 × 1 TB

2 TB gemeinsam

Microsoft 365 Pro

6 × 1 TB

5 TB gemeinsam

Die Änderungen betreffen somit hauptsächlich Abonnemente, die mit mehreren Personen geteilt werden können.

Microsoft 365 Single bleibt unverändert und bietet weiterhin 1 TB persönlichen OneDrive-Speicher.

2. Wie funktioniert die neue Speicherverteilung?

Eine wesentliche Neuerung ist die automatische Verteilung des verfügbaren Speicherplatzes.

Bisher war jeder Benutzer auf seinen eigenen Speicherbereich von 1 TB begrenzt. Selbst wenn andere Familienmitglieder ihren Speicherplatz kaum nutzten, konnte dieser nicht einfach übertragen werden.

Künftig entfällt diese Einschränkung.

Alle sechs Benutzer greifen auf denselben Speicherpool von 2 TB zu. Der Speicher wird automatisch nach Bedarf genutzt.

Beispiel einer Familie mit sechs Personen

Benutzer

Verwendeter Speicher

Vater

900 GB

Mutter

450 GB

Kind 1

300 GB

Kind 2

150 GB

Kind 3

100 GB

Kind 4

50 GB

Gesamtverbrauch

1’950 GB

Verfügbarer Speicher

50 GB

Eine manuelle Zuweisung des Speicherplatzes ist nicht erforderlich.

Das System berücksichtigt automatisch den tatsächlichen Verbrauch.

Vorteil der neuen Regelung

Benutzer können künftig auch mehr als 1 TB speichern, sofern innerhalb des gemeinsamen Kontingents genügend Platz vorhanden ist.

Beispielsweise könnte eine Person 1,5 TB belegen, während die übrigen Familienmitglieder zusammen 500 GB verwenden.

Nachteil der neuen Regelung

Ein einzelner Benutzer kann theoretisch nahezu den gesamten Speicherplatz beanspruchen.

Für die übrigen Familienmitglieder bleibt dann entsprechend weniger Speicher übrig.

Microsoft dokumentiert derzeit keine Funktion, mit der der Abonnementinhaber einzelnen Benutzern feste Speicherlimits innerhalb dieses gemeinsamen Kontingents zuweisen kann.

Die Flexibilität steigt somit, gleichzeitig entfällt aber die bisher garantierte Speichermenge von 1 TB pro Person.

3. Sind die Dateien weiterhin privat?

Eine wichtige Frage betrifft den Datenschutz.

Wenn sich alle Familienmitglieder denselben Speicherplatz teilen, bedeutet dies dann auch, dass alle auf sämtliche Dateien zugreifen können?

Nein. Die persönlichen Daten bleiben weiterhin getrennt.

Jede Person verwendet nach wie vor:

  • Ein eigenes Microsoft-Konto
  • Einen persönlichen OneDrive-Bereich
  • Eigene Dateien und Ordner
  • Eigene Zugriffsberechtigungen
  • Individuelle Freigabeeinstellungen


Andere Familienmitglieder können nicht automatisch auf persönliche Dokumente, Fotos oder Sicherungen zugreifen.

Auch der Inhaber des Familienabonnements erhält durch die gemeinsame Speicherverwaltung keinen Zugriff auf private Dateien anderer Benutzer.

Dateien können weiterhin gezielt mit einzelnen Personen geteilt werden.

Microsoft trennt damit klar zwischen der gemeinsamen Nutzung des Speicherkontingents und dem Zugriff auf gespeicherte Inhalte.

4. Wann treten die Änderungen in Kraft?

Microsoft unterscheidet zwischen neuen und bestehenden Abonnementen.

Neukunden

Seit dem 8. Oktober 2026 gilt das neue Speichermodell für neu abgeschlossene Microsoft-365-Family-, Premium- und Pro-Abonnemente.

Auch beim erneuten Abschluss eines bereits abgelaufenen Abonnements gelten die neuen Bedingungen.

Bestehende Kunden

Wer bereits vor dem 8. Oktober 2026 ein entsprechendes Abonnement besass, kann die bisherigen Speicherbedingungen zunächst weiterverwenden.

Gemäss Microsofts spezieller Dokumentation zur Speicherumstellung erfolgt der Wechsel bei Family und Premium mit der ersten Abonnementverlängerung am oder nach dem 2. Mai 2027.

Microsoft informiert betroffene Kunden vor der Umstellung per E-Mail.

Wichtig: Eine vorzeitige Änderung des Abonnements kann dazu führen, dass die neuen Speicherbedingungen bereits früher gelten.

Beispielsweise kann beim Wechsel von Microsoft 365 Family auf Premium das neue Speichermodell sofort aktiviert werden.

Hinweis: Eine weitere Microsoft-Supportseite nennt abweichend den 1. April 2027 als Umstellungstermin. Massgebend sind deshalb die individuellen Informationen zur jeweiligen Abonnementverlängerung.

5. Was passiert, wenn bereits mehr als 2 TB gespeichert sind?

Besonders problematisch wird die Umstellung für Familien, die den bisherigen Speicherplatz intensiv nutzen.

Angenommen, sechs Personen verwenden zusammen bereits 4 TB OneDrive-Speicher.

Nach der Umstellung überschreitet der bestehende Datenbestand das neue Limit von 2 TB deutlich.

Microsoft erklärt dazu, dass gespeicherte Dateien nicht unmittelbar gelöscht werden.

Betroffene Benutzer erhalten Benachrichtigungen, wenn sich der Speicherverbrauch dem verfügbaren Limit nähert.

Bei einer Überschreitung können jedoch Funktionen wie das Hochladen, Bearbeiten und Synchronisieren von Dateien eingeschränkt werden.

Microsoft räumt betroffenen Kunden unter bestimmten Bedingungen einen Zeitraum von bis zu einem Jahr ein, um ihren Speicherverbrauch anzupassen.

Eine dauerhafte Überschreitung des verfügbaren Speicherlimits ist jedoch nicht vorgesehen.

6. Zusätzlicher Speicherplatz kann gekauft werden

Microsoft ermöglicht es weiterhin, zusätzlichen OneDrive-Speicher zu erwerben.

Neu wird zusätzlich erworbener Speicher dem gemeinsamen Speicherpool hinzugefügt.

Damit profitieren grundsätzlich alle Mitglieder des Abonnements von der Erweiterung.

Laut Microsoft kann der gesamte OneDrive-Speicher auf bis zu 10 TB erweitert werden.

Das bedeutet allerdings zusätzliche Kosten.

Gerade für Familien, die bisher mehrere Terabyte Speicherplatz genutzt haben, könnte die Umstellung deshalb zu höheren Gesamtausgaben führen.

7. Microsoft 365 Pro bietet neu 5 TB gemeinsamen Speicher

Neben Family und Premium berücksichtigt Microsoft auch das Abonnement Microsoft 365 Pro.

Dieses bietet künftig 5 TB gemeinsamen OneDrive-Speicher für bis zu sechs Personen.

Damit steht deutlich mehr Speicherplatz zur Verfügung als bei Family oder Premium.

Allerdings liegt auch dieses Kontingent unter den bisher maximal möglichen 6 TB bei sechs Benutzern.

Die Umstellung bestehender Pro-Abonnemente erfolgt nach Microsofts Angaben zu einem späteren Zeitpunkt.

Für Benutzer mit besonders hohem Speicherbedarf könnte Pro eine Alternative darstellen. Ob sich der Wechsel lohnt, hängt allerdings auch vom Abonnementpreis und den zusätzlich enthaltenen Funktionen ab.

8. Welche weiteren Funktionen bietet Microsoft 365?

Neben dem Cloud-Speicher umfassen die privaten Microsoft-365-Abonnemente verschiedene Anwendungen und Dienste.

Dazu gehören insbesondere:

Microsoft Word: Textverarbeitung für Dokumente, Briefe und Berichte.

Microsoft Excel: Tabellenkalkulation für Berechnungen, Auswertungen und Diagramme.

Microsoft PowerPoint: Erstellung und Bearbeitung von Präsentationen.

Microsoft Outlook: Verwaltung von E-Mails, Kontakten und Terminen.

Microsoft OneDrive: Cloud-Speicher für Dateien, Fotos und die Synchronisation zwischen verschiedenen Geräten.

Microsoft Defender: Zusätzliche Sicherheitsfunktionen für unterstützte Geräte und Konten.

Microsoft Teams: Kommunikation und Zusammenarbeit über Chats und Videobesprechungen.

Microsoft Copilot: KI-gestützte Funktionen, die zunehmend in Microsoft-365-Anwendungen integriert werden.

Die Verfügbarkeit einzelner Funktionen hängt vom jeweiligen Abonnement ab.

Insbesondere bei den KI-Funktionen bestehen Unterschiede zwischen Family, Premium und Pro.

Bei Microsoft 365 Family sind bestimmte KI-Vorteile beispielsweise dem Abonnementinhaber vorbehalten und stehen nicht automatisch allen sechs Personen zur Verfügung.

Wichtig: Diese Anwendungen sind nicht alle neu eingeführt worden. Die wesentliche aktuelle Änderung betrifft das Speichermodell. Die übrigen Funktionen gehören bereits zum Microsoft-365-Angebot oder werden unabhängig davon weiterentwickelt.

9. Welche Vorteile sieht Microsoft in der Umstellung?

Microsoft begründet die Änderung insbesondere mit einer effizienteren Nutzung des verfügbaren Speicherplatzes.

Das bisherige Modell führte dazu, dass nicht verwendeter Speicherplatz einzelner Familienmitglieder ungenutzt blieb.

Mit dem gemeinsamen Speicherpool soll dieser Speicher künftig allen Personen zur Verfügung stehen.

Microsoft nennt insbesondere folgende Vorteile:

  • Automatische Speicherverteilung nach tatsächlichem Bedarf
  • Keine feste Begrenzung auf 1 TB pro Benutzer
  • Gemeinsame Nutzung zusätzlich erworbenen Speichers
  • Weiterhin getrennte und private OneDrive-Bereiche
  • Weniger ungenutzte Speicherkapazität innerhalb eines Abonnements


Allerdings hat diese Argumentation einen entscheidenden Haken:

Microsoft verbessert zwar die Verteilung des Speicherplatzes, reduziert gleichzeitig aber die insgesamt enthaltene Speichermenge um zwei Drittel.

Für Familien, die bisher nur wenig Speicher verwendet haben, dürfte die Umstellung kaum Auswirkungen haben.

Wer hingegen mehrere Terabyte an Fotos, Videos oder Dokumenten in OneDrive gespeichert hat, muss seine Speicherstrategie überdenken.

10. Was sollten Microsoft-365-Nutzer jetzt tun?

Bestehende Abonnenten sollten sich frühzeitig auf die Änderung vorbereiten.

Besonders wichtig ist es, den Speicherverbrauch aller Familienmitglieder zu überprüfen.

Wer insgesamt weniger als 2 TB verwendet, kann das neue Modell voraussichtlich ohne grössere Anpassungen nutzen.

Bei einem höheren Speicherverbrauch sollten rechtzeitig Alternativen geprüft werden.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Nicht mehr benötigte Dateien löschen
  • Grosse Datenbestände lokal archivieren
  • Zusätzlichen OneDrive-Speicher erwerben
  • Einen Wechsel zu Microsoft 365 Pro prüfen
  • Alternative Cloud-Speicherlösungen vergleichen
  • Eine eigene Speicherlösung wie Nextcloud oder ein NAS in Betracht ziehen


Dabei sollte auch berücksichtigt werden, dass Cloud-Speicher und Datensicherung unterschiedliche Aufgaben erfüllen.

Eine zusätzliche unabhängige Sicherung wichtiger Dateien bleibt empfehlenswert.

Fazit: Mehr Flexibilität, aber deutlich weniger Speicherplatz

Mit der Umstellung auf einen gemeinsamen Speicherpool verändert Microsoft die Nutzung von OneDrive innerhalb privater Familienabonnemente grundlegend.

Die automatische Verteilung des Speicherplatzes ist durchaus sinnvoll. Familienmitglieder mit hohem Speicherbedarf können künftig ungenutzte Kapazitäten anderer Personen verwenden.

Gleichzeitig reduziert Microsoft jedoch den insgesamt enthaltenen Speicherplatz von bisher maximal 6 TB auf nur noch 2 TB.

Die persönlichen Dateien und Ordner bleiben dabei weiterhin privat. Ein gemeinsames Speicherkontingent bedeutet ausdrücklich nicht, dass alle Benutzer Zugriff auf sämtliche Daten erhalten.

Für Familien mit geringem Speicherverbrauch dürfte sich im Alltag wenig ändern.

Wer hingegen bisher mehrere Terabyte genutzt hat, muss künftig entweder Speicherplatz einsparen, zusätzlichen Speicher kaufen oder auf eine andere Lösung ausweichen.

Unterm Strich bietet Microsoft mehr Flexibilität bei der Speicherverteilung, verlangt von vielen Familien dafür aber einen deutlichen Verzicht auf bisher enthaltene Speicherkapazität.



Quellen und weiterführende Informationen

  • Microsoft Support: Änderungen am Microsoft-365-Speicher
  • Microsoft Support: Microsoft-Speicherkontingente
  • Microsoft Support: Häufig gestellte Fragen zum Microsoft-Speicher
  • Swiss IT Magazine: Speicherplatz bei privaten Microsoft-365-Abos wird massiv verkleinert, 9. Oktober 2026

Stand: 12. Oktober 2026

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Foto von Philip Oroni auf Unsplash

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