Word und Outlook: Microsoft schaltet Textvorschläge standardmässig aus

Microsoft ändert die Standardeinstellungen für die Textvorhersage in Word und Outlook. Die Funktion, die während des Schreibens automatisch Wörter oder ganze Formulierungen vorschlägt, wird künftig standardmässig deaktiviert. Wer die Unterstützung weiterhin nutzen möchte, kann sie jedoch manuell wieder einschalten.

Weniger Ablenkung beim Schreiben

Textvorhersagen sollen das Schreiben von Dokumenten und E-Mails beschleunigen. Während der Eingabe versucht Microsoft 365 vorauszusagen, welche Wörter oder Formulierungen als Nächstes folgen könnten. Ein passender Vorschlag lässt sich beispielsweise in Word mit der Tabulator- oder der rechten Pfeiltaste übernehmen.

Was für einige Nutzer praktisch ist, empfinden andere allerdings als störend. Microsoft reagiert nach eigenen Angaben auf entsprechendes Nutzerfeedback und möchte Anwendern mehr Kontrolle darüber geben, ob während des Schreibens Vorschläge eingeblendet werden.

Aus diesem Grund dreht Microsoft das bisherige Prinzip um: Statt die Textvorhersage standardmässig einzuschalten und den Nutzern die Möglichkeit zum Deaktivieren zu geben, bleibt sie künftig zunächst ausgeschaltet.

Welche Versionen sind betroffen?

Die Änderung betrifft verschiedene Versionen von Word und Outlook und wird schrittweise ausgerollt. Dazu gehören unter anderem:

  • Word für Windows ab Version 2609
  • klassisches Outlook für Windows ab Version 2608
  • Outlook für Mac ab Version 16.113
  • Word für Android ab Build 16.0.20326.20000
  • Word für iOS ab Version 2.112


Auch auf weiteren Plattformen passt Microsoft die Standardeinstellungen entsprechend an. Bei bestimmten mobilen Outlook-Versionen waren Textvorhersagen bereits zuvor standardmässig ausgeschaltet.

Damit soll das Verhalten der Funktion über verschiedene Geräte und Plattformen hinweg vereinheitlicht werden.

Die Textvorhersage verschwindet nicht

Die Änderung bedeutet nicht, dass Microsoft die Textvorhersagen vollständig aus Word und Outlook entfernt. Die Funktion bleibt grundsätzlich erhalten. Lediglich die Standardeinstellung ändert sich.

Wer gerne mit automatischen Vorschlägen arbeitet, kann diese weiterhin über die jeweiligen Einstellungen aktivieren. In Word lässt sich die Funktion beispielsweise über die Einstellungen für Textvorhersagen einschalten. Auch in unterstützten Outlook-Versionen stehen entsprechende Optionen zur Verfügung.

Microsoft macht aus einer bislang weitgehend automatisch aktivierten Funktion damit stärker eine bewusste Entscheidung des Nutzers.

Textvorschläge sind nicht gleich Copilot

Die Änderung sollte zudem nicht mit Microsoft Copilot verwechselt werden. Die klassischen Textvorhersagen sind eine eigenständige Funktion. Sie versuchen während des Tippens vorherzusagen, welche Wörter oder Formulierungen folgen könnten.

Generative KI-Funktionen von Copilot gehen wesentlich weiter und können beispielsweise vollständige Texte erstellen, Inhalte zusammenfassen oder bestehende Texte überarbeiten.

Microsoft verabschiedet sich mit der neuen Standardeinstellung somit nicht von KI-gestützten Schreibfunktionen in Microsoft 365. Es geht vielmehr darum, eine vergleichsweise einfache Assistenzfunktion weniger aufdringlich zu gestalten.

Mehr Kontrolle für die Nutzer

Die Entscheidung dürfte vor allem Anwender freuen, die sich durch automatisch eingeblendete Formulierungen beim Schreiben eher gestört als unterstützt fühlen. Statt die Funktion nachträglich suchen und deaktivieren zu müssen, erhalten sie künftig zunächst eine ruhigere Schreiboberfläche.

Wer Textvorhersagen als produktive Hilfe schätzt, verliert die Funktion hingegen nicht. Sie muss lediglich bewusst aktiviert werden.

Damit verfolgt Microsoft einen nachvollziehbaren Ansatz: Automatische Schreibvorschläge bleiben verfügbar, werden den Nutzern aber nicht mehr standardmässig eingeblendet.

Microsoft schafft die Textvorschläge in Word und Outlook nicht ab. Das Unternehmen ändert lediglich die Voreinstellung. Künftig sind Textvorhersagen standardmässig deaktiviert und werden nur angezeigt, wenn Nutzer die Funktion selbst einschalten. Eine kleine Änderung, die beim täglichen Schreiben durchaus einen spürbaren Unterschied machen kann.

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